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Die Gärtner der Nacht

Wenn die Sonne über Afrika untergeht, erwachen die Palmenflughunde. Zu Hunderttausenden lösen sie sich von ihren Schlafbäumen und ziehen durch die Dunkelheit – auf der Suche nach reifen Früchten, süßem Nektar, blühenden Bäumen. Was wie ein gespenstisches Schauspiel wirkt, ist in Wahrheit eine der wichtigsten Dienstleistungen, die ein Tier für seinen Lebensraum erbringen kann.

Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika
Palmenflughunde in Afrika

Palmenflughunde sind fliegende Gärtner. Sie bestäuben Blüten, die sonst niemand erreicht, und verbreiten Samen über Dutzende Kilometer – weit effektiver als jeder Vogel. Ohne sie würden viele afrikanische Wälder langsam verarmen, sich nicht mehr verjüngen, verstummen. Ökologen schätzen, dass ein einziger Flughund pro Nacht die Samen von bis zu 60.000 Bäumen verbreiten kann.

Besonders spektakulär ist ein Ereignis, das jedes Jahr im November den Kasanka Nationalpark in Sambia verwandelt: Bis zu einer Million Palmenflughunde versammeln sich dort in wenigen Baumgruppen – die größte Säugetiermigration Afrikas. Warum sie ausgerechnet diesen Ort wählen und was sie dorthin treibt, weiß niemand.

Und das ist kein Einzelfall. Wir wissen erschreckend wenig über diese Tiere. Wo genau ziehen sie hin? Wie sind ihre Kolonien miteinander verbunden? Welche Routen nehmen sie, wenn die Trockenzeit ihre angestammten Futterplätze verdorren lässt?

Dieses Nichtwissen hat Folgen. Palmenflughunde werden in vielen Regionen als Buschfleisch gejagt oder vertrieben, weil sie als Schädlinge gelten. Dabei schenken sie den Menschen weit mehr, als sie nehmen. Sie gelten außerdem als mögliche Überträger von Krankheitserregern – doch gerade deshalb ist es so wichtig zu verstehen, wo sie sich aufhalten und mit wem sie in Kontakt kommen.

Die Stiftung Tier-, Natur- und Artenschutz unterstützt deshalb die Erforschung der Palmenflughunde im Rahmen des ICARUS-Projekts. Mit winzigen Satellitensendern werden ihre nächtlichen Wanderungen erstmals sichtbar gemacht – quer durch den Kontinent, auch in entlegenste Regionen. Die Daten zeigen, wo sie rasten, wo sie fressen, welchen Gefahren sie begegnen.

So entsteht ein Bild, das gleich doppelt schützt: die Flughunde selbst, deren ökologische Bedeutung endlich greifbar wird. Und uns Menschen, die wir lernen, wie eng unser Schicksal mit dem dieser nächtlichen Gärtner verwoben ist.

Quelle: Prof. Dr. Martin Wikelski, Uschi Müller, www.icarus.mpg.de

Kontakt

Stiftung Tier,- Natur- und Artenschutz
Erlinger Höhe 14
82346 Andechs - Germany
Telefon +49 151 74489223
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Vom Finanzamt Fürstenfeldbruck als gemeinnützig anerkannt.

Über uns

Für die Stiftung Tier-, Natur- und Arten­schutz ist Arten­schutz immer auch Klima­schutz. Deshalb unter­stützt sie Tier- und Arten­schutz­projekte welt­weit und wissen­schaftliche Grund­lagen­forschung zur Förderung von Bio­diversität. Sie finanziert sich aus ihrem Vermögen und aus Spenden, die steuerlich absetzbar sind.